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Fakultät So­zi­al­wis­sen­schaft­en
Förderung durch die DFG

Private Kleinvermieter*innen in Deutschland: Soziale Lagen, Handlungen und Haltungen eines zentralen Akteurs der Wohnraumversorgung

7 von 10 Mietwohnungen in Deutschland befinden sich im Besitz privater Kleinvermieter*innen. Trotzdem weiß man über diese Gruppe wenig. Wie ist es zur Vermietung gekommen? Vor welchen alltäglichen Herausforderungen stehen Vermieter*innen? Welche (wohnungs-)politischen Forderungen stellen sie? Wir fragen nach. 

Im Kontext der Wohnungs- und Ungleichheitsforschung beschäftigt sich das Projekt mit Privatvermieter*innen, also Privatpersonen, die nicht hauptberuflich Wohnraum vermieten. Im Forschungs­pro­jekt untersuchen wir unter anderem

  • welche Hintergründe und Motive zur Vermietung geführt haben,
  • welche Routinen und Herausforderungen die Vermietungspraxis kennzeichnen,
  • wie Vermietende ihre Rolle als Versorger mit Wohnraum wahrnehmen und
  • welche politischen Haltungen Vermietende aufweisen, etwa in Bezug zur aktuellen Wohnungsfrage.

Aus einer ungleichheitssoziologischen Perspektive gilt es herauszufinden, ob sich bestimmte Vermieter*innen-Profile je nach (typischen) Bedingungskonstellationen detektieren lassen. Im Sinne eines Mixed-Methods Ansatzes forschen wir sowohl qualitativ (leitfadengestützte Interviews) als auch quantitativ (Sekundärdatenanalysen mit verschiedenen Datensätzen). 

Als eines der ersten Projekte, das sich auf Akteursebene mit der Anbieterseite von Wohnraum beschäftigt, geht es uns darum, den Verständnishorizont zu weiten, fernab gängiger Klischees (wie z. B. dem des Vermieters als gieriger Miethai). Aus einer ungleichheitstheoretischen Perspektive kommen dabei auch Konfliktpotenziale von Mietverhältnissen in den Blick, ebenso wie die Bedeutung von Wohnimmobilien als besondere Vermögenskomponente. 

Logo der DFG und Zeichnung mit einem großen Hai und vier kleinen Fischen mit Häusern auf dem Rücken © Katrin Kadelke

Empirisch bearbeiten wir die Fragen methodenplural mit einer Mischung aus quantitativen Sekundärdatenanalysen (Sozioökonomisches Panel, Household Finance and Consumption Survey),  vertiefenden qualitativen Leitfadeninterviews sowie einer Dokumentenanalyse.

 

Neuigkeiten

02 26 | Verstärkung des Projektteams

Wir freuen uns über Verstärkung im Projektteam. Ab Februar 2026 dürfen wir Marie Bahr (Master "Soziale Nachhaltigkeit und demografischer Wandel") und Lorenzo Paciello (Master "So­zio­lo­gie") als neue wissenschaftliche Hilfskräfte am Lehrstuhl begrüßen. Hauptaufgabe wird es sein, wichtige Strukturierungs- und Unterstützungsarbeiten im Rahmen der Auswertung unserer Leitfadeninterviews zu leisten.

10 25 | Podiumsdiskussion Deutschlandfunk Kultur

Im Podacst-Format "Wortwechsel" des Deutschlandfunk Kultur in Kooperation mit der Volkswagen Stiftung diskutieren Dr. Philipp Kadelke, Undine Zimmer und Prof. Dr. Oliver Holtemöller zum Thema Soziale Un­gleich­heit, Armut und auch Wohnen. Das Audioformat findet sich hier, das Videoformat auf YouTube hier

09 25 | Quantitative Primärerhebung zu wohnungspolitischen Einstellungen

Im Rahmen unserer Projektarbeit hat unser konzipiertes Fragebogenmodul zu wohnungspolitischen Einstellungen von Vermieter*innen und Mieter*innen in Deutschland den Begutachtungsprozess beim GESIS Panel eingereich durchlaufen (Typ: Regular Submission). Unsere Fragen (etwa zu staatlicher Mietpreisregulierung oder der Beliebtheit verschiedener Vermietertypen) werden im November/Dezember 2025 (Welle "md") im GESIS Panel aufgenommen. Die so gewonnen quantitativen Primärdaten geben uns weitere Einblicke nicht nur in Fragen präferierter wohnungspolitischer Maßnahmen, sondern auch womöglich vermieterspezifischer Positionierungen, etwa wie es zur aktuellen Wohnungskrise kommen konnte. Weitere Informationen folgen.

 

Projektteam

ProjektleitungProf. Dr. Nicole Burzan
Projektverantwortlicher MitarbeiterDr. Philipp Kadelke
Studentische Mitarbeiter*innenClaudio Möller (04/24 - 11/25)

Marie Bahr (ab 02/26)

Lorenzo Paciello (ab 02/26)

Publikationen

2026Kadelke, Philipp: Die Mietwohnung als Unsicherheitsraum. Ungleiche Wohnsicherheitslagen entlang des Wohneigentums. In: Sowa, F.; Geiser-Krummenacher, M. G.; Meyer, T.; Runge, P.; Sellner, N.; Tissot, A. X.; Tsirikiotis, A. (Hrsg.): Fragile Behausungen. Prekäres Wohnen und Wohnungslosigkeit in Zeiten multipler Krisen. Weinheim: Beltz Juventa, S. 620–639.Link
2026Kadelke, Philipp: Beyond legal asymmetry: economic inequalities between small-scale landlords and tenants in Europe and housing configurations. Housing, Theory and Society, 46 (3), 369–388.Link
2024Kadelke, Philipp: At home in the upper strata: social positions of small-scale landlords in a European cross-country perspective. Culture, Practice & Europeanization, 9 (1), 66–90.Link
2023Kadelke, Philipp: Private Kleinvermieter*innen in Deutschland. Ein Sozialprofil der größten Anbietergruppe auf dem Mietwohnungsmarkt. Easy Social Sciences (GESIS), Mixed 2, 1–11.Link
2023Kadelke, Philipp: Landlords vs tenants = top vs bottom? Class positions in rental housing in Germany. Critical Housing Analysis, 10 (1), 66–76.Link
2023Kadelke, Philipp: Private Vermieter*innen in Deutschland: Kleine Gruppe mit großer Wirkung, in: Villa Braslavsky, P.-I. (Hrsg.): Polarisierte Welten: 41. Kongresses der DGS 2022.Link

 

Eingereicht

01/2026Kadelke, Philipp: As good as their image? A multi-dimensional comparison of landlord types in Germany with a focus on small-scale landlord
07/2025Kadelke, Philipp; Burzan, Nicole: Das Mietverhältnis als Klassenverhältnis? Eine konzeptionelle Schärfung des Klassenkonzeptes am Beispiel des Mietwohnens

Vorträge

2026Kongress der Deutschen Gesellschaft für So­zio­lo­gie (Mainz): “Die Gesichter unserer Städte: Zur stadträumlichen Rolle privater Kleinvermieter*innen”
2026Kongress der Deutsche Gesellschaft für So­zio­lo­gie (Mainz): “Im Namen des Volkes – Eigentumsungleichheit in der Rechtsprechung im Mietrecht”
2026Bundesarbeitstagung Deutscher Mieterbund (Fulda): “Kein Markt wie jeder andere: Der Wohnungsmarkt im Spiegel sozialer Un­gleich­heit
2026KonsortSWD Roundtable (GESIS) (Mannheim): “Maßgeblichkeit, Mehrwert und Messmöglichkeiten des Wohneigentumsstatus als Ungleichheitsdimension”
2025Konferenz New Cultural Geography (Augsburg): "Umkämpftes Wohneigentum – Kontrastierende Framings von Wohnungslosenaktivist*innen und Privatvermieter*innen"
2025Kongress der Deutschen Gesellschaft für So­zio­lo­gie (Duisburg): "Mehr als nur ein Mietvertag: Gesellschaftliche Rückkopplungen des Mietwohnens"
2025Weimarer Immobilienrechtstage (Weimar): "Wohnen zur Miete in Deutschland aus einer (ungleichheits-)soziologischen Perspektive"
2025Konferenz der DGS-Sektionen Sozialpolitik und Soziale Un­gleich­heit (Bamberg): "Im Namen des (Ver-)Mieters? Un­gleich­heit und Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs im Mietrecht"
2024Sektionenkonferenz der Deutschen Gesellschaft für So­zio­lo­gie (Osnabrück): "Wohnabhängig statt lohnabhängig: Das Mietverhältnis als Klassenverhältnis?"
2023Deutscher Kongress für Geografie 2023 (Frankfurt am Main): "Wer enteignet Familie Stuck? Die stille Macht privater Kleinvermieter*innen von Wohnraum in Deutschland"
2022Kongress der Deutschen Gesellschaft für So­zio­lo­gie 2022 (Bielefeld): "Private Vermieter*innen in Deutschland: Kleine Gruppe mit großer Wirkung?"