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DFG-Projekt

Statuserhalt in der 'sozialen Mitte'

Das Forschungsvorhaben un­ter­sucht intergenerationale Strategien des Statuserhalts in drei Berufsfeldern der Mittelschicht. Auf Basis von Familieninterviews wer­den unterschiedliche Mechanismen der Status­reproduk­tion aus intergenerationaler Perspektive herausgearbeitet.

Das DFG-Projekt un­ter­sucht Strategien und Wirkungsweisen intergenerationaler Statusstabilität in aus­ge­wähl­ten Berufsfeldern der Mittelschicht. Es analysiert, wodurch und wie es Familien gelingt, den sozialen Status über mehrere Generationen hinweg zu stabilisieren, weswegen Familieninterviews mit drei Generationen geführt wer­den.

Das Sampling und die Datenerhebung orien­tieren sich an der Grounded Theory. Ziel der empirischen Analyse ist es, eine Typologie generationenübergreifender Strategien des Statuserhalts zu ent­wi­ckeln.

Icon DFG-Projekt Statuserhalt © Schad​/​TU Dort­mund

Zahlreiche Befunde der Ungleichheitsforschung stellen in der Mittelschicht Abstiegssorgen und eine subjektiv wahrgenommene soziale Un­sicher­heit fest. Angehörige der Mittelschicht beschäftigen sich zunehmend damit, wie sie ihren sozialen und beruflichen Status er­hal­ten und potenzielle Abstiege für sich und ih­re Familien vermeiden kön­nen. Vor diesem Hintergrund beschreitet das Projekt in dreifacher Hinsicht neue Wege in der Ungleichheits- und arbeitssoziologischen For­schung.

Erstens fragt es nach den Be­din­gun­gen eines erfolgreichen Statuserhalts: Wie gelingt es Familien der ge­sell­schaft­li­chen Mitte, ih­re soziale, sozio-ökonomische und be­ruf­li­che Situation zu festigen und in der Generationenfolge zu übertragen? Welche Aspekte stabilisieren Statuspositionen? Welche Be­deu­tung haben familiäre und be­ruf­li­che Kontexte in der Generationenfolge? Welche Werte und Handlungen spielen bei biographischen Entscheidungen in Beruf und Familie eine Rolle? 

Zweitens zeigt sich die methodische In­no­va­ti­on des Projektes daran, dass 3-Generationen-Interviews geführt wer­den. Um den Statuserhalt einer Familie über mehrere Generationen hinweg zu erforschen, wer­den Familieninterviews durch­ge­führt, bei denen drei Generationen ge­mein­sam interviewt wer­den. Welche Mentalitäten und Werte wer­den im Generationenverlauf unter welchen Be­din­gun­gen tradiert oder modifiziert, um den Statuserhalt zu gewährleisten? Was sind die inter- und intragenerationalen Mechanismen des Statuserhalts? Welche Gemeinsamkeiten und Un­ter­schie­de gibt es zwischen der Familien- und den Individualgeschichten sowie der intergenerationalen und intragenerationalen sozialen Mo­bi­li­tät?

Drittens kontrastiert das Projekt drei typische, historisch hergeleitete Berufsfelder der Mittelschicht: Professionen in staatsnahen Sektoren (z.B. Jurist/innen, Lehrer/innen, Ärzt/innen), selbstständiges Handwerk und qua­li­fi­zier­te Angestellte im tech­nisch­en Bereich (z.B. Ingenieur/innen). Die Zuordnung der Familien zu diesen Berufsgruppen erfolgt primär über die mittlere (Eltern-) Generation. Die Fokussierung auf drei Berufsgruppen gewährleistet einerseits die Be­rück­sich­ti­gung der Heterogenität mittlerer sozialer Lagen. An­der­er­seits er­mög­licht die Konzentration auf drei Berufsfelder die Rekonstruktion von kontextuellen Einflussfaktoren der Berufsfelder. Sind die familiaren Strategien des Statuserhalts auch von den Berufsfeldern geprägt? Welche förderlichen und hemmenden Faktoren finden sich in den Berufsfeldern im Generationenverlauf? Was zeichnet die drei Berufsfelder über die Generationen hinweg aus und welche Strategien des Statuserhalts sind verallgemeinerbar bzw. berufsfeldspezifisch?

Projektteam

Leitung

Prof. Dr. Nicole Burzan, TU Dort­mund

Prof. Dr. Berthold Vogel, SOFI Göttingen

Mit­ar­bei­ter

Dr. Miriam Schad, TU Dort­mund

Dr. Andrea Hense, SOFI Göttingen

Publikationen

Hense, A./Schad, M. (2021): Intergenerationaler Statuserhalt und berufsfeldspezifische Bildungsaneignung, In: Forum Erwachsenenbildung, 54. Jg., Heft 1/2021, S. 35-38.

Burzan, Nicole (2020): Kontinuitäten und Diskontinuitäten. Methodische Reflexion zeitsoziologischer Analysen in Mehr-Generationen-Familieninterviews [31 Absätze]. In: Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research 2020, 21(2), Art. 2 [online verfügbar] (ebenfalls englisch: Continuities and Discontinuities. A Methodological Reflection on Sociological Analyses of Time in Multigenerational Family Interviews. [englischer Beitrag online verfügbar]).

Burzan, Nicole; Kohrs, Silke; Schad, Miriam (2019): Verunsicherung in den Mittelschichten? Konzeptionelle und methodische Erwägungen sowie empirische Befunde zur aktuellen Ent­wick­lung in Deutsch­land. In: sozialpolitik.ch, Vol. 1/2019 („Erosion der Mittelschicht?“), Artikel 1.3. [online verfügbar]

Hense, Andrea; Schad, Miriam (2019): Sampling von Familien in der Mittelschicht. In Nicole Burzan (Hrsg.), Komplexe Dynamiken globaler und lokaler Ent­wick­lungen. Verhandlungen des 39. Kongresses der Deut­schen Ge­sell­schaft für So­zio­lo­gie in Göttingen 2018. [online verfügbar]

Schad, Miriam; Burzan, Nicole (2018): Von Generation zu Generation. Strategien des Statuserhalts im Kontext von Familien- und Berufsmentalitäten in der Mittelschicht. In: Schöneck, Nadine; Ritter, Sabine (Hg.): Die Mitte als Kampfzone. Wertorientierungen und Abgrenzungspraktiken der Mittelschichten. Bielefeld: transcript. S. 109‒123.

Schad, Miriam; Burzan, Nicole (2018): Intergenerationale Statusstabilisierung in der Mittelschicht – eine exemplarische Analyse zweier Unternehmensfamilien. In: WestEnd Neue Zeitschrift für Sozialforschung, 1/2018, S. 99-108.

Burzan, Nicole (2017): Zur intergenerationalen Stabilisierung der Zugehörigkeit zur Mittelschicht. Befunde aus ei­nem Familieninterview und Schlussfolgerungen für soziologische Per­spek­tiven auf soziale Un­gleich­heit, In: Stephan Lessenich (Hg.) 2017: Geschlossene Gesellschaften. Verhandlungen des 38. Kongresses der Deut­schen Ge­sell­schaft für So­zio­lo­gie in Bamberg 2016.

Vorträge

 „Familiarität und in­di­vi­du­elle Erwerbsverläufe in drei Berufsfeldern der Mitte“ auf der Tagung „Erwerbsverläufe, Sozialpolitik und Un­gleich­heit“ der DGS-Sektionen „Soziale Un­gleich­heit und Sozialstrukturanalyse“ und „Sozialpolitik“ am 11. Juni 2021 an der Humboldt-Uni­ver­si­tät zu Berlin (Digital, Miriam Schad und Andrea Hense)

„Familieninterviews zur Analyse sozialer Ungleichheiten: Erhebungsformate und Auswertungsstrategien“ (Andrea Hense, Miriam Schad) im Kolloquium des Methodenzentrums Göttingen, 25. November 2019.

„Mechanismen der Statusstabilisierung in unteren und mittleren Lagen: Eine vergleichende Analyse sozialer Laufbahnen“  (Andrea Hense, Miriam Schad und Natalie Grimm) auf der Tagung „Soziale Un­gleich­heit, Individualisierung, Lebenslauf“ Herbsttagung der DGS-Sektion „Soziale Un­gleich­heit und Sozialstrukturanalyse“ in Rostock, 25. Oktober 2019.

„(Dis-)Kontinuität über drei Generationen: Einblicke in drei Berufsfelder der Mitte" (von Andrea Hense) auf dem Kongress der Österreichischen Ge­sell­schaft für So­zio­lo­gie (Sektionen: Arbeitssoziologie und Soziale Un­gleich­heit) in Salzburg, 28.September 2019.

Status­reproduk­tion in Mittelschichtfamilien – zur Herstellung von Persistenz in gewandelten Zeiten“ (von Nicole Burzan) auf dem Kongress der Österreichischen Ge­sell­schaft für So­zio­lo­gie (Sektionen: Arbeitssoziologie und Soziale Un­gleich­heit) in Salzburg, 27.September 2019.

„Mehr-Generationen-Interviews: Multimethod For­schung zur Statusweitergabe in der Mittelschicht“ (von Andrea Hense) auf dem Kongress der Österreichischen Ge­sell­schaft für So­zio­lo­gie (Sektion: Soziologische Methoden und Forschungsdesigns) in Salzburg, 27. September 2019.

„Family Interviews: Exploring Intergenerational Occupational Transmission in the Middle Class“ auf der 14th Conference of the European Sociological Association in Manchester, 21. August 2019 (von Andrea Hense).

„Intergenerational longitudinal re­search: Analyzing relationships and mentalities with family interviews“ auf der 14th Conference of the European Sociological Association in Manchester, 21. August 2019 (von Andrea Hense).

„Statuserhalt in der 'sozialen Mitte'. Zur Weitergabe von Ressourcen und Mentalitäten von Generation zu Generation“  am Kul­tur­wis­sen­schaft­li­chen Institut in Essen, 21. Mai 2019 (von Nicole Burzan und Miriam Schad).

„Familieninterviews: Design und Sampling“ auf dem Work­shop im Rah­men des Projektes „Die Bewältigung prekärer Ar­beits­be­din­gungen im Haushaltskontext: Auswertungsmethoden narrativer Gemeinschaftsinterviews“ am SOFI Göttingen am 19. März 2019 (von Miriam Schad und Andrea Hense).

„Kontinuität und Wandel in Familien der Mittelschicht: Status­reproduk­tion und Familienmentalitäten in drei Generationen“ auf dem 39. Kongress der Deut­schen Ge­sell­schaft für So­zio­lo­gie in Göttingen, Sektion Familiensoziologie: Familien- und Verwandtschaftsbeziehungen im Erwachsenenalter, September 2018 (von Nicole Burzan und Miriam Schad).

„Familieninterviews in drei Berufsfeldern der Mitte: Samplingstrategien und He­raus­for­de­run­gen des Feldzugangs“ auf dem 39. Kongress der Deut­schen Ge­sell­schaft für So­zio­lo­gie in Göttingen, Ad-Hoc-Gruppe: Lebenszusammenhänge und Ungleichheiten erforschen – Methode und Praxis von Paar-, Familien- und Haushaltsinterviews, September 2018 (von Miriam Schad und Ina Kaufhold).

„Zur intergenerationalen Stabilisierung der Zugehörigkeit zur Mittelschicht. Befunde aus ei­nem Familieninterview und Schlussfolgerungen für soziologische Per­spek­tiven auf soziale Un­gleich­heit“. Beitrag zur Ad hoc Gruppe „Legitime Ungleichheiten? Wertorientierungen und Abgrenzungspraktiken der Mittelschichten“ im Rah­men des DGS-Soziologiekongresses, Bamberg, September 2016 (von Nicole Burzan).

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Anfahrt & Lageplan

Der Cam­pus der Technischen Uni­ver­si­tät Dort­mund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dort­mund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dort­mund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Cam­pus Süd, die Abfahrt Dort­mund-Dorstfeld auf der A40 zum Cam­pus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Uni­ver­si­tät ausgeschildert.

Direkt auf dem Cam­pus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dort­mund Uni­ver­si­tät“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 20- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dort­mund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Uni­ver­si­tät mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dort­mund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dort­mund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Cam­pus Süd und Dort­mund Uni­ver­si­tät S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Cam­pus Nord und Cam­pus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dort­mund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dort­mun­der Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Uni­ver­si­tät. Ein größeres Angebot an inter­natio­nalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Ki­lo­me­ter entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Uni­ver­si­tät zu erreichen ist.

Die Ein­rich­tun­gen der Technischen Uni­ver­si­tät Dort­mund verteilen sich auf den größeren Cam­pus Nord und den kleineren Cam­pus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hoch­schu­le im angrenzenden Technologiepark. Genauere In­for­ma­ti­onen kön­nen Sie den Lageplänen entnehmen.