Rezension in sub\urban erschienen

Die Mietwohnungskrise ist nicht nur ein viel diskutiertes, sondern mittlerweile auch ein viel beforschtes Thema. Zusehends hat sich die Wohnungsforschung in den vergangenen Jahren verzweigt und betrachtet mietassoziierte Phänomene multiperspektivisch. Der Soziologe Michael Byrne sichtet und systematisiert diesen Forschungsstand. Er betrachtet die Privatvermietung aus einer kritischen Perspektive mit dem Ziel, für die Machtasymmetrien zwischen Mieter_innen und Vermieter_innen auf Akteursebene zu sensibilisieren. Dazu verknüpft er Literatur zu subjektiven Wohnerfahrungen mit Forschungen zu strukturellen Bedingungsfaktoren und zeigt die Einbindung des Mietwohnens in die Konfiguration ökonomischer Ungleichheiten. Sein überzeugendes narratives Review verdeutlicht die Komplexität des Mietwesens und legt eine Reihe von Leerstellen frei – von mangelhaften Datenlagen über konzeptionelle Undurchsichtigkeiten bis hin zur Frage der Validität von Gegenwartsdiagnosen. Eines ist nach der Lektüre klar: Nach einem Literaturkonvolut ist vor einem Literaturkonvolut.
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